Aufstehen

Zelda Enit

Aufstehen

Auf dem Boden liegend spürt sie die Kälte des Untergrunds, die Stellen, an denen ihr Körper auf dem Laminat aufliegen. Sie hat sich eine Decke untergelegt. Mehr nicht. Den bunten, mit grafischen Mustern verzierten Bettüberwurf einer südafrikanischen Künstlerin – gekauft auf einer Reise – hat sie tief über die Ränder ihres Bettes gezogen. Sie will kein Licht. Sie will Stille. Sie will nicht mehr aufstehen. Manchmal stößt sie, geschüttelt von ihren Albträumen, mit ihrem Kopf an den Lattenrost. Es macht ihr nichts aus; so spürt sie wenigstens den Schmerz an ihrem Kopf.

(Volltext im pdf)

Name der Autorin/des Autors
Zelda Enit
Aufstehen

Ein Kommentar zu „Aufstehen

  • 26. Juni 2020 um 15:54
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    Eine dichte und intuitive Sprache, die Zeitverläufe und Emotionen bei den Lesenden in aller Deutlichkeit entstehen lassen wie schrille Schreie, die letztlich in der Stille verhallen.

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