Nachlese: Das Leben, sonst nichts. 12. Themenabend, 11.5.19

x P5110269Was kann man über das Leben sagen? Allgemein und für den einzelnen persönlich? Die Autoren der litbox2, Tania Rupel Tera und Jörg Neugebauer, warteten mit überraschenden Antworten und Texten auf. Das Leben, so Tera, sei wie eine Ehe. Man nimmt es, wie es ist. Es nütze nichts, es zu verändern oder zu betrügen, denn dann verändere und betrüge man sich selbst. Und Jörg Neugebauer meint, das Leben sei dazu da, Träume zu verwirklichen, seinen Ideen Realität zu geben – den Augenblick zu locken, in dem sich dies alles füge. Unter diesen eigenen Vorgaben stellten die Autoren im gemischten Einzel ihre Texte vor.

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Nachlese: Anekdote & Mythos, 11. Themenabend, 13.4.19

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Was macht die Anekdote aus? Was den Mythos? Und wie sind sie im Spiegel der Zeit verankert? Diese und viele andere Aspekte brachten die Autoren Hans-Karl Fischer und Simon Gerhol gestern den Gästen in der litbox2 nahe. Am Beispiel Napoleon und Goethe führte Hans-Karl Fischer in das Wesen der Anekdote ein, dem Simon Gerhol seinen Text über Artemis und Aktaion folgen ließ. Die unterschiedlichen Ansätze im Hinblick auf den Bezug zur Geschichte, zur Pointe, der Charakterisierung der Personen zeigten anschaulich die Bandbreite, in der die Anekdote angesiedelt werden kann. „Geh mir aus dem Regen – Alexander und Diogenes“ (Hans-Karl Fischer) und „Minotaurus“ (Simon Gerhol) vertieften diesen Eindruck – wobei beide Autoren Wert darauf legten, dass sie die Anekdote nicht als humorvollen Schwank, sondern als ernstzunehmende literarische Gattung verstehen.

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Nachlese – Tage wie diese, 10. Themenabend in der litbox2, 9.3.2019

x 1010766Ein gut besuchtes Haus bescherte „Tage die diese“ der litbox2 am Samstag, 9. März. Welche „Tage wie diese“ gemeint sind? Mark Twain nannte zwei wichtige Tage im Leben eines Menschen: „Der erste, wenn wir geboren werden, und der zweite, wenn wir begreifen, warum.“ Welche Tage für die Autorinnen und Autoren wichtig war, darauf durfte man gespannt sein. Gäste in der litbox2 waren die beiden Musiker Vitto Micci und Daniel Häne (Boiling Ink). Vitto Micci eröffnete den Abend mit italienischen Canzoni und Hits von Dean Martin, Elvis Presley u.a. Zwischen den Textbeiträgen griff im Anschluss Daniel Häne immer wieder in die Saiten und brachte Blues´n´Rock in die litbox2. Den Gästen gefiel´s. Wie auch die aus von Glücksfeen und Glücksfaunen ausgelosten Beiträge von Horst Oberbeil (Der Laubbläser), Peter Biber (Die Rehe kicken so traurig), Conrad Cortin (auf besonderen Wunsch ohne Auslosung mit quergedachten Aphorismen und Kurztexten), Wolfram Hirche (Eine Fantasie toskanisch), Barbara Pinheiro (Tagebuch einer Ameise), Gisela Gross (Amerikanische Nacht), Petra Lange (Glückwunsch), Wolfgang Knittel (Die prickelnde Erkenntnis). Den literarischen Schlusspunkt setzte die Erzählerin Anke Schlee mit der frei vorgetragenen Geschichte „Der Dorfheld“.

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Nachlese: „Briefe“- 9. Themenabend in der litbox2

Nachlese: „Briefe“- 9. Themenabend in der litbox2

img X 1010689„… das Interesse am Brief steigt!“ Nicht nur Veit Didzuneit, Leiter der Abteilung für Sammlungen am Museum für Kommunikation in Berlin, stellt dies – am Beispiel von Feldpostsammlungen – fest, sondern auch die litbox2. Marie-Sophie Michel und Thomas Hartwig waren Gast der Auftaktveranstaltung 2019.

Der ganz persönliche Blick, die unverstellte Intimität von Briefen war bei beiden Autoren unmittelbar zu spüren. Marie-Sophie Michel eröffnete den Abend mit der Novelle „Dreißig Briefen an den Sommer“. Die Briefe richten sich an ihren verstorbenen Mann, der bei einem Unfall ums Leben kam. „Die Briefe waren anfangs eine Art Ritual für den SZ-Gedenkblog“, sagt die Autorin, und halfen, mit der Trauer fertig zu werden. Aus dem Ritual wurde Literatur. Der wesentliche Teil der Novelle spielt in Italien, wo Lena zum ersten Mal ohne Karl ihren Urlaub in der Sommervilla Aurelia verbringt. Mit den Briefen kehren Erinnerungen zurück, die Liebe zwischen Lena und Karl wird sichtbar, die Trauer über den Umstand, nun alleine an diesem wunderbaren Ort zu sein. „Ich glaube, in den Briefen konnte ich meine Liebe gestehen, etwas, was ich zu Lebzeiten nicht sagen konnte aus Angst, es könnte kitschig klingen.“ (Marie-Sophie Michel). Keine Sorge, auch in diesen traurig-poetisch nachgeschobenen Liebesbriefen ist von Kitsch nichts zu spüren gewesen.

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BITTER-SÜß BIS ZUR BESINNUNG, 8.12.2018 - Nachlese

x 1010390 webBITTER-SÜß BIS ZUR BESINNUNG, 8.12.2018 - Nachlese

Fröhliche, bitter-süße oder gar keine Weihnachtszeit? Das wollte die litbox2 mit zwei unterschiedlichen Geschichten und unserem Publikum zusammen beleuchten. Vor gut besetzten Reihen kam im KIM-Kino zuerst eine sehr berührende Geschichte zu Gehör. 

Heike Stuckert, Schauspielerin und Kulturmanagerin, erzählte von einer Mutter, die ihrer Tochter ein besonders schönes Weihnachten machen will. Sie trägt eine große Bürde: das tote, zweite Kind, zu betrauern. Wie Teresa diesen Verlust bewältigt, ist außergewöhnlich. Ein traditionelles Weihnachtslied, „Oh, Du Fröhliche“, hilft ihr dabei, die eigenen Empfindungen zu explorieren. Der Blick zurück ins Krankenhaus und auf das Sterben ihres Babys – dieser Stoff wurde in höchstem Maß berührend vorgelesen. Ist das eine Geschichte, die zu Weihnachten passt? Das Publikum stimmte weitgehend zu, denn es zeigt, dass das Fest der Liebe auch die nicht vergessen darf, deren Leben bittere Momente durchlaufen. Am Ende gelang es den verwaisten Eltern, dem Hieb des Schicksals einen neuen Blick abzugewinnen: Sie sehen, dass auch andere ihr Baby verloren haben. Dieser Trost ebnet ihnen den Weg zurück in ihre Welt. 

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